Gwunder – die Kraft der Neugier
OF-Jahresthema 2026
Zusammenfassung Referat
Was treibt uns an? Was lässt uns wachsen und verbindet uns als Menschen? Für das Jahr 2026 haben die Odd Fellows ein Thema gewählt, das so alt ist wie die Menschheit selbst und doch aktueller denn je: Der «Gwunder».
Jeder von uns strebt nach einem erfüllten Leben. Doch der Weg dorthin ist oft kein Selbstläufer. Ein wesentlicher Schlüssel dazu ist unsere Neugier – jener innere Motor, der Unwissen in Lernen, Stillstand in Bewegung und Fremdheit in tiefes Verständnis verwandelt.
Mehr als nur eine Eigenschaft: Ein Lebensprinzip
«Gwundrig» zu sein bedeutet, wachsam und achtsam durch die Welt zu gehen. Es ist die Offenheit für Neues, die wir im vergangenen Jahr in so vielen Facetten erleben durften:
- In der Natur und im Sport: Ob beim Eintauchen in die faszinierende Unterwasserwelt oder beim intuitiven Bogenschiessen – Neugier schenkt uns Präsenz und Vertrauen.
- In der Philosophie: Ein «Chratte voll Gwunder» mit emotionalen und spirituellen Gedanken hilft uns, neue Perspektiven einzunehmen und innerlich «aufzuräumen».
- In der Begegnung: Wahres Leben ist Begegnung. Gerade in einer Zeit des «Display-Gefängnisses» ist der analoge Small Talk – das zweckfreie, freundliche Plaudern – ein kostbares Gut.
Die zwei Seiten der Medaille
Neugier braucht jedoch ein moralisches Fundament. Wo sie zur blossen Schaulust oder zum Mitleidsverlust (wie bei Gaffer-Phänomenen) verkommt, verliert sie ihre Würde.
Besonders kritisch wird es, wenn aus gesundem «Gwunder» destruktive Gier wird. Ob Machtpolitik oder wirtschaftliche Exzesse – wenn das Herz fehlt und nur noch die Gier nach «Mehr» regiert, folgen soziale und menschliche Tragödien. Wahre Neugier hingegen bleibt immer menschlich verbindend.
«Die schlechteste Weltanschauung ist die, welche die Welt nicht anschaut.» – Alexander von Humboldt
Neugier als Brücke zwischen Aussen und Innen
Wir verstehen uns als Teil des Kosmos – als «Sternenstaub in Bewegung» – und erforschen gleichzeitig unser inneres Universum. Je mehr wir bei uns selbst sind, desto offener und empathischer können wir unseren Mitmenschen begegnen.
Humor ist dabei das Salz und der Spieltrieb der Pfeffer. Wer über sich selbst lachen kann, bleibt beweglich im Geist. Denn wie Heraklit schon sagte: Panta rhei – alles fliesst.
Unser Appell für 2026
Lasst uns gemeinsam «gwundrig» bleiben! Mit einem warmen Herzen, einem kritischen Verstand und der Wahrheit verpflichtet. Entfachen wir das innere Glühen – das Le feu sacré.
In Freundschaft, Liebe und Wahrheit.