Odd Fellows Switzerland

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Loge Nr. 36
Logensitz
Logensitz Thürnen
Gewerbehaus Langmatt
4441 Thürnen
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1. und 3. Donnerstag des Monats, um 19.30 Uhr
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Hansjörg Bossert
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4460 Gelterkinden
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Sommeranlass der WWWK

Ein gelungener Sommeranlass: Geschichte, Mythen und orientalische Weisheiten auf der Sissacher Fluh

​Zum diesjährigen Witwen- und Witweranlass der Basler- und Baselbieter Odd-Fellows-Logen trafen sich 48 Teilnehmende zu einem unvergesslichen Ausflug. Auf der Sissacher Fluh genossen die Anwesenden ein gemeinsames Mittagessen und zwei äusserst interessante Vorträge, die den Geist auf ganz unterschiedliche Weise anregten.

Eine historische Zeitreise

Den Auftakt machte Bruder Obermeister Hansjörg, der die Gesellschaft auf eine Reise durch die Geschichte des Ausflugsortes mitnahm. Er spannte den Bogen 30 Millionen Jahre zurück in die Vergangenheit, als die Kontinentalplatten von Afrika und Europa zusammenstiessen, Europa um 30 Kilometer nach Norden verschoben wurde und sich die Alpen zu formen begannen.

​Eindrücklich erklärte er die Eigenheiten des Tafeljuras und erinnerte an längst vergangene Zeiten, als im Eital noch Höhlenbären lebten und die Menschen in den Gewässern der Ergolz – gemäss den Kelten der „Silbrigen“ – Feen und Drachen vermuteten. Die Sissacher Fluh war mit ihrem kargen Boden zwar landwirtschaftlich uninteressant, diente aber schon den Kelten als sichere Fluchtburg (Murus Gallicus). Im 16. und 17. Jahrhundert war die Fluh eine wichtige Hochwacht (ein Chutzä). Mit einer Besatzung von gerade einmal vier Nasen war sie Teil eines genialen militärischen Warnsystems, das Signalfeuer in direkter Sichtverbindung von Hügel zu Hügel durchs Land trug.

​Die feinsinnige Welt des weisen Narren

Monika sorgte anschliessend für ein passendes Kontrastprogramm und entführte die Teilnehmenden in die Welt des Mullah Nasreddin, des türkisch-persischen Gelehrten. Berühmt als „weiser Narr“ aus dem 13. Jahrhundert, wird er oft auch als Till Eulenspiegel des Orients bezeichnet. Sie erzählte die Geschichte von Nasreddin, der an Gottes Weisheit zweifelte – bis ihm eine Nuss hart auf den Kopf fiel und er dankbar erkannte, warum schwere Wassermelonen am Boden und nicht an Bäumen wachsen.

​Besonders in Erinnerung blieb zudem die pointierte Geschichte vom gierigen Wirt, der einen armen Mann als Zechpreller vor Gericht zog. Der Beschuldigte hatte vor einem Wirtshaus lediglich den Duft einer Suppe genossen. Doch der Wirt verlangte hartherzig Bezahlung für den „Geschmack des Essens“. Nasreddin löste den Fall auf seine typische Art. Er nahm ein paar Münzen, liess sie dicht am Ohr des Wirtes laut klimpern und urteilte lächelnd: „Der Klang des Geldes bezahlt den Duft des Essens!“ Die scheinbar dummen, aber tiefsinnigen Geschichten Nasreddins entlarven auch heute noch elegant und humorvoll gesellschaftliche Normen.

Ein rundum gelungener Anlass

Erdige Heimatgeschichte und grenzüberschreitende Weisheit – diese Mischung machte den Anlass auf der Sissacher Fluh zu einem vollen Erfolg. Bei anregenden Gesprächen in bester Gesellschaft liessen die 48 Teilnehmenden diesen schönen Sommertag gemütlich ausklingen. Ein ganz besonderer Dank gebührt an dieser Stelle dem Organisator, Bruder Ernst, der diesen reibungslosen Ausflug mit viel Engagement auf die Beine gestellt hat.

Datum: 03.06.2026 - 03.06.2026
Zeit: 11:15
Ort: Sissacher Fluh